Q10 Barrett Christy

  • 04/03/2016
  • Anita Fuchs

Die Ikone im Frauen Snowboarden

Barrett Christy ist einfach awesome. Sie ist seit Anfang an mit Leib und Seele Snowboarderin, war in jeder Phase live dabei und lebt den Lifestyle in vollen Zügen. In über zehn Jahren Contest- und Film-Business kann Barrett auf elf X-Games Medaillen, zahlreiche Contest Erfolge in Slopestyle und Halfpipe, sowie einige Videoparts zurück blicken. Zudem ist sie von Beginn an bei Gnu für das Boarddesign zuständig und hat schon seit 1995 ein Pro-Model – so lange hat niemand anderes ein eigenes Model! Noch immer ist Barrett bei ihrem ersten Sponsor und ist dort niemand geringerer als Director of Awesome.   

Hi Barrett, auf der GNU Website wird dein Job als “Director of Awesome” bezeichnet. Was beinhaltet dieser Job genau? 

Ich kümmere mich um das Design und das Marketing von awesome Produkten und von awesome Leuten. Ich bin die Programm Managerin der Frauen Linie, was bedeutet, dass ich die Produkt Linie und das Team von Gnu - und jetzt auch der Roxy Snowboards - designe und manage. Ich mische beim Marketing für Gnu überall ein bisschen mit, aber mein Fokus liegt auf Gnu Girls. Gerade habe ich auch das Design und Management der Roxy Hardgoods übernommen. Ich freue mich sehr darüber, für zwei der stärksten Frauen Snowboard Marken in dieser Industrie zu arbeiten.

  

Welches deiner Pro Modelle magst du am liebsten und warum?

Ooh, das ist schwer zu sagen. Ich werde mein aller erstes Pro Model immer lieben, aber ich bin schon sehr gespannt auf das nächste. In der Saison 16/17 wird mein 20. Model herauskommen und das ist sehr aufregend für mich. Unsere Boards sind jetzt so viel leichter zu fahren und sie haben sich in den letzten Jahren wirklich weiterentwickelt, um das zu leisten, was das Original vor damals für mich gemacht hat. 

Barrett Christy

Fotos: Tim Zimmerman

Das B-Pro hat mich zu einer besseren Snowboarderin gemacht und mir dabei geholfen in jedem Terrain Fortschritte zu machen.Kaitlyn (Anm. d. Red. Farrignton) letztes Jahr dabei zu zusehen wie sie olympisches Gold mit dem B-Pro geholt hat, war ein Highlight für mich und eine absolute Bestätigung, dass mein Board seinen Job immer noch macht!

Welche positiven und negativen Veränderungen gab es im Frauen Snowboarden in den letzten 10 Jahren?

Positive Veränderungen sieht man ganz klar in der Entwicklung. Genauso wie sich die Obstacles im Park verbessert haben, wurde auch das Riding Level höher. Die Mädels springen größere Kicker, machen weitere und fortgeschrittenere Tricks und das auch noch mit mehr Style. Es gibt ein paar Mädels, die sich einen eigenen Platz im Freeriding erkämpft haben und ihren Freestyle Flow mit ins Backcountry nehmen und heftige Parts filmen. Das Negative daran ist, dass es weniger Möglichkeiten für die Mädels gibt aus dieser auserlesenen Gruppe hervorzustechen. Es bedarf sehr viel Förderung um ein Jahr lang in diesem Terrain zu Filmen oder für die hochkarätigen Events zu trainieren. Das Sponsorengeld ist in diesen Tagen nicht mehr allzu viel für die Mädels, aber bei den Jungs sieht es auch nicht viel besser aus. 

Es gibt viele Dollar für die Auserwählten an der Spitze und nicht viel für den Rest. Ich denke, das ist gerade generell so in der Gesellschaft. Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich in einer Zeit, in der ich alles machen konnte, an Wettkämpfen teilgenommen habe und trotzdem eine Chance hatte gut in der Pipe aber auch bei Slope, Big Air und Freeride Events zu sein und ich sogar ein wenig Filmen konnte. Der Wettkampf Events und um Sponsoren ist auf einem sehr spezialisiertem Level und verpflichtet einen dazu sich auf den Erfolg in nur einer Disziplin zu fokussieren.

Was hast du vom Snowboarden gelernt?

Snowboarden war meine Hochschulbildung. Ich hatte das Glück meine gesamte Zeit als Pro für Mervin zu fahren und war somit immer in das Board Design involviert. Mervin hat in Bezug auf die Boards immer eng mit dem Team zusammen gearbeitet und das ist  auch heute noch so. Das hat mir dabei geholfen mich in meiner aktuellen Rolle zu Recht zu finden und unseren Design Prozess und die Board Lines komplett zu verstehen. Ich hab auch gelernt den Flow zu finden und flexibel im Leben zu sein, weil es so viele Variablen gibt, die eine erfolgreiche Schnee Saison beeinflussen können. Snowboarden hat mir außerdem wertvolle Dinge über die Psychologie der Kinder beigebracht… die ich jetzt in der Erziehung meiner Kinder einsetzten kann. Wir sind alle Kinder, getrieben von unserer Liebe zum Spielen und der Besessenheit durch Schnee zu gleiten.

Als Gnu Girls Team Managerin verbringst du sehr viel Zeit mit den Mädels. Was hast du von ihnen gelernt?

Ich hab von ihnen sehr viel über Disziplin gelernt. Sie sind sehr fokussiert auf ihre Ziele im Snowboarden und wenn sie sich etwas in den Kopf setzen, schaffen sie es auch. Das habe ich schon immer versucht zu tun, aber es inspiriert mich zu sehen wie sie es unter Druck durchziehen.

 

Du bist auch Mama… Hast du immer noch Zeit Snowboarden zu gehen?

Ich gehe immer noch Snowboarden und es ist immer noch ein Teil von meinem Job. Ich habe meine Arbeitszeiten und die Kinder haben Schule, also organisieren Temple und ich unsere freie Zeit durchgehend. Zum Glück ist Temple immer super motiviert zu Snowboarden wenn der Schnee gut ist, also versuchen wir oft einen Familienausflug zu Mt. Baker zu machen und die guten Powdertage zu genießen. Ich gehe jedes Jahr zu einigen Events, aber es macht manchmal auch echt Spaß einfach ohne eine Aufgabe in den Resorts zu fahren, egal wie der Schnee ist. Temple und ich hiken oft auf unseren lokalen Berg Hurricane Ridge, der hat einen super leichten Aufstieg und gutes Terrain zum Splitboarden. Er ist sehr nah am Office von Mervin, also versuchen wir im Winter oft hinaufzugehen und Boards zu testen.

 Barrett Christy

Die Snowboard Industrie läuft nicht so gut… was ist deine Meinung zum aktuellen Status von Snowboarden?

Also, ich denke, dass viele Faktoren mitspielen. Wir hatten super schlechte Winter in einigen wichtigen Gebieten. Es scheint so, dass auf Grund der Wirtschaftslage die Leute nicht mehr so viel Geld ausgeben. Ich glaube, dass Snowboarden gerade durch eine Anpassungsphase geht, aber es passieren genügend aufregende Dinge im Snowboarden, Firmen produzieren und promoten schlauer. Es gibt jetzt gerade genügend Platz für Wachstum und ich glaube, dass wir Kinder und Familien genauso wie die 18-24 Jährigen ansprechen müssen. Snowboarden ist für jeden und bedeutet Spaß für wirklich jeden, also werden wir hoffentlich erfolgreich dabei sein die nächste Generation dafür zu begeistern und auch ihre Eltern dazu motivieren rauszugehen und zu fahren.

 

Vermisst du manchmal die gute alte Zeit? 

Die gute alte Zeit hat Spaß gemacht, aber ich bin froh darüber fast alles mit gemacht zu haben und mir die Leidenschaft fürs Snowboarden zu bewahren. Ich vermisse diese Zeit nicht wirklich, sie ist ein Teil davon wer ich heute bin, aber ich war bereit mich weiterzuentwickeln und Fuß zu fassen. Ich bin froh, dass ich nicht länger gewartet habe Kinder zu kriegen, weil ich die Energie und die Lust haben wollte mit ihnen zu Snowboarden, zu Surfen und zu Reisen. Und man braucht einiges an Motivation um das durch zu ziehen.

 

Im  Herbst 2016 wird das Frauen Snowboard Video von Full Moon Films veröffentlicht und du bist darin auch zu sehen. Was erwartet uns?

Ich bin so begeistert ein Teil von diesem Projekt zu sein. Leanne hat eine wunderbare Crew aus Ladies zusammengestellt, die Sachen machen, von denen ich mir immer gewünscht habe ich könnte sie auch. Sie ehrt diejenigen, die dabei geholfen haben den Sport zu formen, genauso wie diejenigen, die es geschafft haben ihn heute auf neue Levels zu pushen. Ich fühle mich sehr geehrt ein Teil davon sein zu dürfen. Wir haben ein paar Interviews gemacht und ich plane gerade diesen Winter einen Trip mit ihnen zu machen, damit es hoffentlich mehr gibt als nur altes Filmmaterial von den „good old days“!

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