Q 10 Lea Brassy

  • 01/08/2016
  • Anita Fuchs

Die moderne Surfnomadin

Lebe deinen Traum – das klingt oft abgedroschen. Aber ist es nicht das, wonach wir im Grunde alle streben? Léa Brassy verfolgt ihren Traum schon seit jungen Jahren und da die Verwirklichung ihrer Träume an erster Stelle steht, schafft sie es auch ein unkonventionelles Leben voller Abenteuer, Wellen und neuen Orten zu leben – so wie sie es sich immer vorgestellt hat.

Interview aus der Ausgabe 04/15

 Q10LeaBrassyFoto von Vincent Colliard

1. Hi Léa, du scheinst eine richtige Abenteurerin zu sein... wie würdest du deinen Lifestyle beschreiben?

Ich bin mir nicht sicher ob ich eine richtige Abenteurerin bin, aber ich würde sagen, dass ich einen spontanen und ungewöhnlichen Lifestyle habe. Ich stelle meine Träume über alles. Das bringt mich dazu Lebensentscheidungen zu treffen, die mich herausfordern und meistens glücklich machen. 

2. Was ist dir wichtig?

Mein Hauptanliegen ist es ehrlich zu mir selbst zu sein, dort zu sein, wo ich hingehöre und im Einklang mit meinen Mitmenschen und meiner Umwelt zu leben.

Ich habe schon früh im Leben erfahren müssen, dass das Leben nur ein Spiel ist, das jederzeit enden kann. Meine Erfahrung ließ nicht daran zweifeln, dass es keinen Platz für Reue oder späte Pläne gibt. Wenn etwas wirklich wichtig ist, kann es nicht warten.

3. Surfen ist ein großer Teil deines Lebens... Was macht es so besonders für dich?

Surfen ist für mich das Fenster zur Welt. Es symbolisiert für mich Freiheit. Es ist eine Mentalität, ein Lifestyle, ein Lebenselexier, eine Therapie und eine Belohnung zugleich – je nachdem, was du gerade am meisten brauchst. Surfen ist die Kunst den Moment zu leben, was das kostbarste Gefühl ist, das ich je erlebt habe. Außerdem ist es eine tolle Möglichkeit den Stoke mit meinen Freunden zu teilen und eine Verbindung mit den Elementen zu spüren.

 Q10LeaBrassyFoto von Mac Donald/Patagonia

4. Du hast mit 16 Jahren angefangen ein Selbstversoger-Leben zu führen... wie kamst du dazu?

Ich habe mit 14 Jahren für 3 Jahre in der Bretagne gelebt, denn ich wollte einen anderen Lebensstil führen. In diesem Alter hab ich angefangen neugierig darauf zu sein wie Leute ihr Leben gestalten. Das hat mir gezeigt was ich anders machen kann und dass ich bewusst wählen kann wie ich lebe. Das Konzept der Selbstversorgung hat mich fasziniert, weil es Wertvorstellungen wie guten Willen, Zurückhaltung, geringen Verbrauch, Wiederverwendung, Reparation, Teilen und Handeln beinhaltet. Diese Werte haben seit Generationen Bestand, aber die moderne Wirtschaft hat sie uns genommen und hauptsächlich durch schlechte Dinge ersetzt. Ich glaube, Selbstversorgung ist unsere Wurzel und vor allem unsere Zukunft. Wenn wir auf diesem Planeten bleiben wollen, müssen wir das Konzept der Selbstversorgung mit den neuartigen Werkzeugen, die uns die Moderne anbietet, verbessern.

 

5. Stimmt es, dass du seit Jahren in einem Van lebst?

Als ich 2008 meine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht habe, reiste ich das halbe Jahr und das andere halbe Jahr arbeitete ich. In dieser Zeit lebte ich in meinem Van. Ich habe allerdings eine Wohnung gemietet, wenn ich sie gebraucht habe. Seitdem ich mit meinem Freund zusammen bin, ist mein Leben ein bisschen sesshafter geworden. Aber zur Zeit lebe ich auf einem Segelboot in Französisch Polynesien. Dort habe ich einen Job als Krankenschwester bis wir wieder in See stechen.

 

6. Was machst du beruflich?

Ich bin ausgebildete Krankenschwester und eine semi-professionelle Surferin. Das heißt ich mache ein bisschen was von beidem und das ist eine super Balance, wenn ich ehrlich bin. Es ist ein Leben wie im Traum, aber mit den Füßen am Boden.

 

7. Kannst du uns was über deine Surf Trips zu kalten Plätzen wie Norwegen und Island erzählen? Was machen sie so besonders?

Kalte Reiseziele haben einen besonderen Charakter. Die Elemente sind faszinierend, quälend und unberechenbar. Diese Ziele sind wild und diese Wildnis gefällt mir. Sie sind außerdem surf technisch ein paar von den wenigen unerforschten Plätzen. Ich liebe Surfen, aber ich liebe es auch neue Surfspots zu suchen. Mein letzter Trip nach Island mit meinem Freund war wieder eine  unserer seltsamen Ideen, die wir schon lange hatten. Wir wollten Surfen und Skifahren innerhalb von einer kurzen Distanz kombinieren. Wir sind auf Skiern durch ein 30 km langes, schneebedecktes Tal gegangen, um die Küste zu erreichen und nach Wellen zu suchen. Wir haben alles, was wir für 10 Tage gebraucht haben, auf Schlitten transportiert (die alte Selbstversorger Idee). Wir trafen auf schwierige Situationen, aber wir trafen auch auf Schnee und Wellen. Es war wie kein anderer Trip zuvor, ein richtiges Abenteuer, hart, wild und magisch. 

 Q10LeaBrassyFoto von Vincent Colliard

8. Von was handelt dein Blog Simple Voyage?

Simple Voyage handelt von unseren, Vincents und meinen, gemeinsamen Abenteuern und davon sie zu teilen. Simple Voyage geht um zwei Liebende, deren Träume das Wichtigste in ihrem Leben sind. Mein persönliches Ziel ist es Leute zu inspirieren, besonders Jungendliche, darüber nachzudenken was wirklich wichtig ist und was sie im Leben erreichen wollen. Als ich ein Teenager war, bin ich Leuten gefolgt, die ihren Traum lebten. Das beeinflusste sicherlich meine Fähigkeit an meine Träume zu glauben.

 

9. Was ist dir bei der Wahl deiner Reiseziele wichtig?

Wildnis, Abgelegenheit, Wellen und kulturelles Leben.

 Q10LeaBrassyFoto von Jeff Johnson/Patagonia

10. Du bist eine sehr taffe Frau – gibt es irgendwas vor dem du dich fürchtest?

Es gibt viele Sachen, die mir Angst machen, glaub mir das! Aber am meisten Angst hab ich davor, dass meine Ängste für mich entscheiden. 

Website: http://www.simple-voyage.com/



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