Corner

  • 04/01/2016

mit Ver Rajcsanyi 

Diesen Winter wird es Zeit für ein wenig Abwechslung! In  den Parks findet sich neben Boxen, Rails und Kickern nämlich oft auch eine Corner, die von vielen links liegen gelassen wird. Doch egal wie groß diese vielleicht sein mag, es gibt kaum ein Obstacle an dem man so viele kreative Tricks ausprobieren kann.  An den vier Kanten und zwei Walls kann in alle Richtungen gesprungen, gespinnt, gegrabt und gesprayt werden, ob mit viel Airtime oder mit wenig bleibt dabei jedem selbst überlassen. Also Augen auf, denn auch an Pistenkanten verstecken sich oft kleine Corner Hits, die nur darauf warten gesprungen zu werden. Snowboarderin Ver Rajcsanyi hat für uns an der Corner im Moreboards Stubai Zoo einige Tricks auf Lager.

Artikel aus Ausgabe 01/12
Location: Moreboards Stubai Zoo, Fotos: Anita Fuchs

Layback

Layback

Beim ersten Trick kannst du dich entspannt zurück lehnen! Tief in den Knien, zentriert über dem Brett fährst du auf der Fronsidekante (Zehenkante) auf die Frontsidewall der Corner zu, während du immer die Stelle, an der du den Layback machen willst, fest im Blick behältst. Der Körperschwerpunkt bleibt dabei immer schön mittig über dem Board. Kurz vor der oberen Kante der Corner/Wall machst du einen harten Turn, so dass das Board 90 Grad zur Wall steht. Dann richtig nach hinten lehnen, mit der hinteren Hand für die Stabilität abstützen und die Hüfte nach oben drücken. Für die extra Portion Style kannst du jetzt noch Tweaken, das heißt du streckst dein hinteres Bein leicht weg, sodass das Board vom Körper weggedrückt wird und lässt dein vorderes Bein angewinkelt. Diese Position kurz halten und so die Wall entlang sliden. Um wieder aufzustehen, ziehst du das Board wieder unter dich und drückst dich hoch. Dabei kann dir dein stützender Arm helfen. Et voilà, das war’s schon! 

Layback

Bs 180 Indy

Für den Backside 180 nutzen wir die Wall als Landung uns springen über die Corner-Kante. Dadurch, dass man schon leicht schräg auf die Kante zu fährt, lässt sich der 180 easy einleiten. 180s über Kanten zu springen ist sowieso leichter als über Kicker und helfen schnell ein Gefühl für die Rotation zu bekommen.

Mit ausreichend Geschwindigkeit fährst du tief in den Knien auf die Kante der Corner zu. Wie beim Autofahren gilt: immer dort hinschauen, wo man auch hin fahren möchte! Der Blick ist also auf den Absprung gerichtet. Kurz vor der Kante poppst du dich mit einem Ollie weg, dabei etwas mehr Druck auf die Frotsidekante geben und die Schultern parallel zum Board halten. Anschließend Beine leicht anziehen und den Blick Richtung Tail richten, um die Drehung einzuleiten. „ Aber nicht zu ruckartig und nicht zu viel drehen, da du für einen 180 nicht so einen großen Drehimpuls brauchst!“ Um in der Luft kompakt zu bleiben, hilft ein Grab. Ver grabt Indy, das heißt sie greift mit der hinteren Hand zwischen den Bindungen an die Zehenkante. Bei einem Bs 180 sieht man die Landung erst spät, das heißt man hat eine kurze „Blindflugphase“ ­– davon aber nicht irritieren lassen! Einfach den Blick auf das Tail und weiter Richtung Boden richten. Die Landung befedern indem man in die Knie geht, in Fahrtrichtung schauen und switch weiterfahren. 

BS 180

Nosegrab

Für den Nosegrab springt man am besten nicht über die seitlichen Kanten, sondern gerade über die Anfahrt ab, um mehr Airtime zu bekommen. Für die Anfahrt wieder tief in den Knien, zentriert mit genügend Speed gerade auf die Corner zufahren. Oben an der Kante mit einem Ollie abpoppen und weiter Richtung Flugrichtung blicken. „ Timing ist hier wichtig: Nach dem Abpoppen am Besten wieder in kompakte Körperhaltung einnehmen, indem man die Beine leicht anzieht, um dann auch einfacher mir der vorderen Hand an die Nose greifen zu können. Nun das vordere Bein Richtung Oberkörper ziehen und mit der vorderen Hand die Nose greifen. Bei ausreichend Airtime noch das hintere Bein durchstrecken und mit dem Grab die Nose noch weiter ranziehen – für den Stylefaktor!“ Dabei ist es wichtig, dass es ein flüssiger Bewegungsablauf ist. Dann den Grab wieder lösen, Landung anvisieren, abfedern und weiterfahren.

Nosegrab

Shifty Mute

Die Corner bietet sich auch für einen kleinen Shifty mit Mute Grab optimal an. Wie gewohnt fährst du in den Knien, gerade und plan auf der Base gerade auf die Corner zu. Der Blick ist dabei nach vorne, auf den Absprung gerichtet. Sobald du die Kante erreichst, mit einem Ollie abpoppen und weiter in Flugrichtung blicken. Die Beine anziehen und das Tail für einen kleinen Shifty nach vorne drücken. Dann mit der vorderen Hand zwischen die Bindungen an die Zehenkante greifen. Bei genügend Lufstand kann man für den Stylefaktor noch bonen, also das hintere Bein strecken. Anschließend auf die Landung vorbereiten, Grab lösen, Landung abfedern und entspannt weiterfahren
Corner

Handplant über die Kante

Wenn die Corner steil genug ist, eignet sie sich auch gut für Handplants. Aber selbst bei flacheren Kanten kann man gut einen Handplant über die Kante machen. Du fährst gerade und tief in der Hocke auf der Base (nicht auf der Kante!) die Wall hoch. Dabei bleibt der Körperschwerpunkt zentriert, der Blick ist nach vorne gerichtet. „Die Anfahrt muss relativ steil verlaufen, damit man den Handplant gut einleiten kann. Geschwindigkeit ist hier sehr wichtig, da Geschwindigkeit für Stabilität sorgt und du nicht so schnell bei der Einarm-Stütze einbrichst – mit zu wenig Speed ist es schwierig einen sauberen Handplant zu machen...“ Du blickst auf die Absprungkante und sobald du diese erreicht hast poppst du dich ab und verlagerst dein Gewicht Richtung Tail. Das Board soll dabei in die Luft gehen. Dann stützt du dich mit der hinteren Hand an der Kante ab und „ zwar dort, wo du abgepoppt bist, quasi als Verlängerung von deinem Tail! Der stützende Arm ist direkt unter deinem Körper und du blickst nach unten auf deine Hand. Nicht versuchen rechts, links oder vor dein Board zu greifen, sondern direkt unter deinen Körper . Denk daran, dass man alle Tricks mit der Kopfbewegung einleitet, der restliche Körper folgt automatisch.“ Dann mit der vorderen Hand an die Backsidekante greifen. Rechtzeitig den Grab lösen, Landung anvisieren und in Fahrtrichtung blicken, so kann man leichter switsch Fahren. Die Bewegung ist also quasi ein Bs 90 da man switch landet und weiterfährt. 

Handplant

WALLPAPER

Bali evenings

E-Book

122 things to do in Bali