In der weißen Röhre

  • 23/08/2016

mit Conny Bleicher

Die Halfpipe war lange Zeit hier in Europa mehr oder weniger ausgestorben, denn kaum ein Park bot eine ordentlich geshapedte  Pipe.

Nachdem die Superpipe von der Zugspitze verschwand, waren im Alpenraum für Pipefahrer kaum Alternativen geboten. Während in den Parks immer mehr Boxen, Rails und Kicker, aber kaum eine fahrbare Pipe zu finden waren, gibt es langsam wieder mehr gepflegte Halfpipes. Nordkette, Laax, Kaltenbach, Kaunertal, Tux und Kitzsteinhorn, um nur einige zu nennen.

Damit ihr diese Tatsache nun auch voll auskosten könnt und nicht nur in Schlangenlinien durch die Pipe eiert, gibt es hier Tipps vom Profi. Conny Bleicher macht beim Slopestyle sowie in der Pipe eine gute Figur und weiß, worauf es in der weißen Röhre ankommt. Also Ohren gespitzt und aufgepasst!

Artikel aus Ausgabe 04/09

Conny BleicherFotos: Anita Fuchs

Backside Drop In

 Conny Bleicher Bs Drop-in

Das Reindroppen in die Pipe ist essentiell und entscheidet darüber ob man genug Schwung hat, um auf der anderen Seite hinaus zukommen. Der Drop In entspricht einem Ollie vom Flachen der Wall in die Transition. Dabei fährt man aufrecht parallel entlang des Copings und macht bei einer Stelle seiner Wahl einen kleinen Ollie. Um den Ollie einzuleiten, geht man in die Knie, drückt sich leicht ab und landet wieder kompakt in der Transition. Dafür benötigt man zu Beginn wenig Speed, damit man nicht komplett unten im Flat detoniert. Erst wenn man den Drop In richtig beherrscht, kann man ausprobieren mehr Geschwindigkeit aufzunehmen, um beim folgenden Frontside Air mehr Airtime zu catchen.

Frontside Air

Der Frontside Air ist zu Beginn der einfachste Trick, den man in der Pipe lernen kann. Nach einem gelungenen Backside Drop In bleibt man kompakt im Flat und sucht sich einen Punkt am Coping, den man ansteuert. Dies steigert die Konzentration. Während man die Wall hinauf gleitet bleibt man locker auf dem Board stehen und beginnt sein Gewicht ein bisschen auf den hinteren Fuß zu verlagern. Wenn man das Ende vom Coping erreicht hat, lässt man sich einfach raustragen. Hat die Pipe wenig Vert, kann man mit einem kleinen Ollie nachhelfen. Nun ist es an der Zeit, die Frontsidekante seines Boards zu greifen. Das ist nicht nur wichtig für den Style, sondern bewirkt auch, dass man  während der Airtime ruhig und kompakt bleibt.  

Conny Bleicher Fs Air

Hat man die Kante sicher im Griff, kann man noch versuchen das vordere Bein durchzustrecken (Frontside Nosebone). Beim Landen das Coping anvisieren und smooth im oberen Teil der Wall landen.

Backside Air

 Conny Bleicher Bs Air

Der Backside Air ist ein Muß in jedem Piperun, doch braucht man ein wenig Geduld bis er endlich so klappt wie man sich das vorstellt. Man wählt einen flachen Anfahrtswinkel und versucht seine Geschwindigkeit vom Drop In bzw. vom Frontside Air zu behalten. Auf keinen Fall sollte man seine Backsidekante zu stark belasten, das bremst einen nur unnötig aus. Ebenso wie beim Frontside Air entspannt kompakt auf dem Brett stehen, die Wand rauffahren und am Ende das Gewicht ein wenig auf den hintern Fuß verlagern, bei Bedarf ein bisschen abdrücken und den Backside Air einleiten. In der Luft dreht man den Oberkörper gegen den Rumpf, grabt mit der vorderen Hand die Backsidekante (knapp vor der vorderen Bindung oder zwischen den Bindungen) und streckt das hintere Bein durch. Genießen! Am einfachsten leitet man die Bewegung ein, indem man den hinteren Arm nach vorne zieht und somit die Gegenbewegung zum Rumpf veranlasst. Dann den Grab lösen, Coping anpeilen, landen, in die Knie gehen, Speed aufnehmen und stolz weiter düsen.

Frontside 360

Conny Bleicher Snowboard Girls Halfpipe Trip Fs 360 InKaunertal

Den Frontside 360 fährt man genauso an wie einen Frontside Air. Sobald man über dem Coping ist leitet man die Drehung ein. Dies geschieht am einfachsten, indem man mit dem hinteren Arm/Schulter Schwung holt. Der Oberkörper und der Kopf folgen dann automatisch. In der Luft die Füße anziehen und das Board graben, je nach Gefühl mit der linken oder rechten Hand. Landung im Blick haben, gestoked sein über die erste Drehung und nun switch auf die nächste Wall zu fahren…

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