Portfolio Laura Austin

  • 10/12/2014
  • Daniela Bily

Von Grafikdesign, über Snowboardredaktion zur Fotografie

In Zeiten von Instagram treffen wir auf so viele begnadete Fotografinnen, dass wir schon mal Schwierigkeiten haben uns all die Namen zu merken. Doch manche von ihnen bleiben wie von alleine hängen. So auch bei Laura Austin, die anfangs Designerin war, dann zu Journalismus wechselte und uns mittlerweile mit ihren atemberaubenden Fotografien überallhin auf ihre abenteuerlichen Reisen mitnimmt.

Laura Austin, Photographer

Schön dich wiederzusehen Laura. Was ist seit unserer letzten Begegnung vor zwei Jahren passiert?

Ich freu mich auch sehr! Wow, es ist so viel passiert. Ich hab meinen Job beim Snowboarder Magazine gekündigt, bin nach Los Angeles gezogen, habe dort für eine kurze Zeit für The Berrics gearbeitet und bin seither selbständige Fotografin. Neben all der Arbeit war ich auf einigen großartigen Trips, aber wenn ich da aushole, würde ich damit wohl eine ganze Seite füllen.

 

Lass uns ganz am Anfang beginnen. Wann hast du begonnen Fotos zu machen?

Ich war schon als kleines Kind von Kameras fasziniert. In der Schule habe ich dann Fotografie als Kunstfach belegt. Damals haben wir nur mit Film gearbeitet und haben die Fotos alle noch selbst in der Dunkelkammer entwickelt. Dieser Prozess hat es mir wirklich angetan.

Portolio Laura Austin

Was war es seither, das dich den Auslöser hat drücken lassen?

So gut wie jede Situation, die ich visuell ansprechend finde, egal ob ich Bilder mit meinem Handy, einer Kompaktkamera oder einer großen digitalen Spiegelreflexkamera mache. In letzter Zeit waren das vor allem Situationen, die mit einem Job verbunden waren. Ich versuche nun bewusst mein Gesicht nicht ständig hinter einer Kamera zu verstecken, ab und zu muss man sich auch selbst in die erste Reihe stellen. 

Ein guter Fotograf ist nicht nur jemand, der seine Kamera auf Menschen oder Objekte richtet und dabei den Auslöser abdrückt. Er braucht ein gewisses Gefühl für Situationen und Charaktere. Was würdest du sagen ist es, das dich umgibt und das deine Fotografien entstehen lässt?

Was mich am stärksten inspiriert ist die Umgebung, sei es die Landschaft, ein verlassenes Gebäude oder eine farbenfrohe Wand. Wenn ich diese Umgebung gefunden habe, dann finde ich es oft spannend eine Person dazu zumischen. Ich möchte, dass das Foto mit als auch ohne Subjekt interessant ist. Es soll mehr Tiefe haben als bloß ein hübsches Gesicht.

Portolio Laura Austin

Gibt es etwas, das du dem Betrachter deiner Fotos gerne mitgeben möchtest?

Das mag sich wie ein Klischee anhören, aber mein Ziel ist es den Betrachter zu inspirieren. Ein großer Teil meiner Fotografie dreht sich ums Reisen. Ich möchte die Plätze auf jene Art festhalten, dass sie den Betrachter anregen diese Orte selbst irgendwann zu besuchen. Ein Foto zu betrachten ist eine Sache, aber diesen Ort selbst zu sehen und zu erfahren erfüllt einen um so viel mehr. 

Neben deiner Tätigkeit als Fotografin hast du einen beruflichen Hintergrund in Journalismus und Design. Wie beeinflussen sich diese Disziplinen momentan in deinem Leben?

Gute Frage, Grafik-Design hat mir geholfen meine Wertschätzung für Ästhetik und Komposition weiter zu entwickeln. Durch den Journalismus habe ich mich zu einer guten Geschichtenerzählerin entwickelt. Die Fotografie war somit die perfekte Verbindung dieser beiden Bereiche um Geschichten visuell darzustellen. 

Portolio Laura Austin

In letzter Zeit löst sich deine Arbeit ein wenig von der reinen Reise- und Snowboardfotografie und öffnet sich Bereichen wie der Modefotografie. Wie siehst du deine Entwicklung der letzten Jahre?

Ich scheine mit der fixen Idee mich ständig weiterentwickeln zu wollen gesegnet oder vielleicht auch ein bisschen verflucht zu sein. Als ich vor zwei Jahren nach Los Angeles gezogen bin, war ich plötzlich von lauter Fotografen und Menschen umgeben, die im Modebusiness tätig sind und einige ihrer Arbeiten haben mich sehr inspiriert. Wie wohl jeden anderen auch, beeinflusst mich mein Umfeld. Ich sehe die Modefotografie als ein neues Feld, das ich entdecken und von dem ich auch gerne lernen möchte, um es mit meinen bisherigen Erfahrungen zu verbinden.  

Wie geht's dir bei beauftragten Fotoshoots und wie gehst du da heran?

Bezahlte Jobs ermöglichen es mir meine persönliche Arbeit fortzusetzen. Es macht mir Spaß für Kunden zu fotografieren, ebenso wie ich es genieße es nur für mich allein zu tun. Wenn es zu bezahlten Aufträgen kommt, ist es als ob ich ein Problem lösen würde. Der Kunde hat konkrete Vorstellungen und es ist meine Aufgabe herauszufinden was er in Kombination braucht, um genau da hin zu kommen wo er hin möchte, während wir dabei seine künstlerische Integrität bewahren. Ich mag diese Herausforderung und ich denke, das ist auch der Grund weshalb ich niemals aufhören werde neue Bereiche der Fotografie zu erkunden. Ich möchte mir dieses Gefühl des Problemlösens bewahren.

Du warst ja Online Redakteurin des Snowboarder Magazine. Findest du mittlerweile noch Zeit um Snowboarden zu gehen?

Zwei Jahre lang war ich Online Redakteurin, bis ich den Job dann vor zwei Jahren an den Nagel gehängt habe, um andere Bereiche für mich zu entdecken. In dieser Zeit war ich bei weitem nicht so oft Snowboarden, wie ich es gerne gewesen wäre, vielleicht ein Dutzend Mal. Ich hoffe, ich komme dieses Jahr wieder mehr dazu, ich vermisse es sehr.

Portolio Laura Austin

Du bist in Colorado groß geworden, bist dann nach Vermont gezogen und lebst nun in Südkalifornien. Was sind die Dinge, die dich am positivsten von all jenen Orten beeinflusst haben?

Wow, darüber hab ich noch nie nachgedacht. Ich bin froh, dass du das ansprichst. Ich würde sagen Colorado habe ich meine abenteuerliche Seite zu verdanken. Du kannst dort jegliche Outdoor-Aktivität vor deiner Haustür machen, vom Snowboarden, zum Wandern bis hin zum Mountainbiken. Als kleines Kind, das in einem kleinen Bergdorf aufwuchs, habe ich nichts anderes gemacht als die Natur rund um mich zu erkundschaften. Vermont ist im Vergleich dazu verantwortlich für meine Disziplin und meine Haltung. Ich habe meine prägenden Teenagerjahre dort verbracht und war von liebevollen Menschen mit einer Südküsten-Arbeitsethik umgeben. Zur Zeit bringt mir Südkalifornien vor allem Inspiration. Ich bin von Menschen umgeben, die verschiedenste Dinge tun und viel besser darin sind als ich selbst. Hier zu leben hat mir einen Zugang zu den Menschen gegeben, zu denen ich aufschaue und gleichzeitig hab ich hier die Möglichkeit viel von ihnen zu lernen.

 Wo wir von verschiedenen Orten in Amerika sprechen. Stell dir vor du könntest uns auf einen Roadtrip quer durch die U.S.A schicken, wo würden wir landen?

Das kommt ganz darauf an wie lange ihr Zeit habt. Es gibt so viele sehenswerte Orte. Einige meiner Lieblingsplätze sind Yosemite, Zion, Death Valley und Sequoia. Und dann noch Big Sur, California und Sedona, Arizona – das sind magische Plätze.

Du hattest immer schon eine tiefe Verbindung zur Natur. Was ist deine liebste Art sie zu entdecken?

Roadtrips sind definitiv der beste Weg um weit herum zu kommen. Um die Umgebung wirklich zu entdecken, funktioniert es am besten, wenn ich zu Fuß unterwegs bin. Du musst immer wieder mal stehen bleiben und herum wandern.

Was hast du auf deinen unzähligen Roadtrips gelernt?

Ich hab so vieles gelernt. Fahren ist eine der besten Möglichkeiten um mir Klarheit zu verschaffen. Wenn du auf der Straße bist, rücken alle Bedenken in den Hintergrund und du kannst dich darauf konzentrieren, was wirklich wichtig für dich ist. Es ist genau wie draußen in der Natur zu sein, das hat dieselbe Wirkung auf mich. Zwei der prägendsten Roadtrips, die ich je gemacht habe, waren jene als ich alleine unterwegs war. Da habe ich am meisten über mich selbst gelernt. Wenn du drei Tage alleine in einem Auto verbringst, kommst du in Einklang mit dir selbst. Im Alltag verlieren wir das schnell aus den Augen. Ich finde es gut, mich immer wieder mal mit mir selbst zu verbinden und mich daran zu erinnern, worauf es mir wirklich ankommt.

Portolio Laura Austin

Hast du eigentlich immer den Drang wunderschöne Orte einzufangen und zu teilen?

Früher hatte ich meine Kamera ständig dabei und hielt sie vor mein Gesicht, sobald ich was Interessantes entdeckt habe. Mit der Erfahrung bin ich selektiver geworden und wähle bewusster aus, was ich fotografiere, um die Orte auch mehr für mich genießen zu können.

Jemand der so viel unterwegs ist wie du, muss zwischendurch auch zur Ruhe kommen können. Was erdet dich?

Das klingt vielleicht überflüssig an dieser Stelle, aber Natur erdet mich. Wenn ich gestresst, traurig oder unmotiviert bin, gibt es nichts Besseres als rauszugehen, ganz ohne Ablenkung, ohne Egos oder Aufgaben – das bringt mich zu meiner Mitte.

Wie würdest du den Einfluss von Social Media auf deine Karriere beschreiben?

Gutes altes Social Media! Es hatte einen unglaublichen Einfluss auf meine Karriere. Zuerst habe ich es für den privaten Gebrauch genutzt, aber mit der Zeit hat sich Social Media zu einem wahren Marketing Tool entwickelt. Es hat mir erlaubt nicht nur meine eigene Arbeit voranzubringen, sondern auch meinen Geschmack, meine Persönlichkeit und meinen Lifestyle zu teilen. Ein großer Teil meiner Fotojobs kommt von Leuten, die mich ursprünglich auf Instagram gefunden haben.

Gibt es Zeiten, zu denen dich Instagram stresst?

Haha, nicht wirklich. Es macht mir Spaß. Ich scrolle nur durch Feeds von anderen Leuten, wenn ich mich langweile. Früher war ich noch sehr genau was den Zeitpunkt meiner Posts betraf. Heute stell ich Fotos einfach irgendwann online, wenn ich glaube, dass es etwas ist, das zu meinem Feed passt. Es ist auf jeden Fall ein willkommenes Ventil für meine Arbeit.

Verrätst du uns deine Lieblingsinstagram Feeds?

Oh Mann, da gibt es zu viele. Es folgen nur ein paar meiner aktuellen Favoriten:

@alexstrohl, @basementfox, @designlovefest, @jaredchambers, @jimmymarble, @denisebovee … es gibt einfach zu viele, ich lasse es jetzt gut sein.

Wie sieht die Vision für deine Zukunft aus?

Das ist immer eine schwierige Frage. Meine Karriere hat so schnell von Grafik-Design zu Journalismus und dann zu Fotografie gewechselt … wer weiß was in den nächsten fünf Jahren passiert. Ich kann mir gut vorstellen Fotografin zu bleiben, und wenn nicht, dann wird es auf jeden Fall etwas sein, das ich mit Leidenschaft tue. Es gibt keinen anderen Weg für mich.

Ich würde gern mit jemanden verheiratet sein, der mich inspiriert, möchte eine Familie haben und irgendwo wohnen, wo ich glücklich bin. Ich hab keine idealisierte Vorstellung meiner Zukunft, weil Interessen, Beziehungen und Situationen sich ständig verändern. Was ich jedoch weiß ist, dass ich einen Weg finden werde immer das Beste daraus zu machen.



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