Medizinische Aspekte des Surfens

  • 30/03/2015

Gleichgewichtsinn, Muskelaufbau, Kraft und Ausdauer

Surfen - Schulung des Gleichgewichtsinns und Muskelaufbau

 

Surfen ist - ähnlich wie Schwimmen - eine Sportart, die beinahe den gesamten Körper involviert. Wer zum ersten Mal auf dem Board steht, hat meistens noch Tage später starken Muskelkater, weil der Körper an eine solche Belastung nicht gewöhnt ist. In den letzten Jahren konnte sich mit Surf Fitness sogar eine neue Trendsportart verbreiten, die die muskulären Belastungen beim Wellenreiten imitiert - Surfen ist offensichtlich ein klasse Workout!

Mit diesem Artikel wird das Surfen einmal von der sportwissenschaftlichen und orthopädischen Seite untersucht. Unterstützung haben wir dabei von den Experten der ORTHOPARC-Klinik aus Köln bekommen. Die Orthopäden betrachten vor allem die sportmedizinischen Aspekte beim Surfen und insbesondere die Verletzungsrisiken.

Training für Kraft und Ausdauer

Profisurfer, die schon von Kindesbeinen an auf dem Board standen, machen nicht gerade durch Muskelberge wie ein Bodybuilder auf sich aufmerksam. Surfen ist in der Tat keine Sportart, bei der viel Muskelmasse besonders hilfreich wäre - schließlich sind Beweglichkeit und Körperkoordination wesentlich wichtiger als reine Kraft.
Surfen setzt jedoch eine gewisse Ausdauer voraus (schließlich verbringt man üblicherweise mehr Zeit mit dem Paddeln auf der Suche nach der richtigen Welle als mit dem Wellenreiten selbst).

Ansonsten werden sie eher weniger benötigt, beim Paddeln geht ohne die Arme jedoch nichts. Da die Bewegung, verglichen mit Übungen an Geräten im Fitnessstudio, relativ komplex ist, involviert sie viele Muskeln: Die gesamte (dreiteilige) Schultermuskulatur, den Oberarmmuskel Musculus brachialis, den Bizeps und den Trizeps. Ähnlich wie beim Kraulen werden auch der Latissimus (der breiteste Rückenmuskel, der, wenn er entsprechend trainiert ist, für die typische V-Form des Rückens verantwortlich ist) sowie der Kapuzenmuskel im Nacken mitbeansprucht.

Wenn man schließlich auf dem Board steht, arbeiten einige Muskelgruppen aktiv mit: Natürlich sind die Beine mit von der Partie, aber auch Hilfsmuskeln müssen beim Halten des Gleichgewichts ihren Anteil beitragen: Neben den Armen, die hier jedoch eher in den Hintergrund treten, übernimmt die gesamte Rumpfmuskulatur einen beträchtlichen Anteil. Trainiert werden beim Wellenreiten demnach also auch der Rückenstrecker sowie die gerade und seitliche Bauchmuskulatur.

Verletzungsrisiken beachten
Surfen hat ganz spezifische Verletzungsrisiken, die man kennen sollte. Untersuchungen haben gezeigt, dass die meisten Verletzungen von der Finne des Boards verursacht werden. Hierzu zählen an erster Stelle Prellungen und Schnittverletzungen. Da Surfer in der Regel keinen Helm tragen, sind Verletzungen am Kopf am häufigsten zu beobachten, gefolgt von Prellungen und Zerrungen am Rumpf und den unteren Extremitäten. Gerade den Prellungen und Zerrungen kann durch gezieltes Training und Aufwärmen vorgebeugt werden. Relativ oft treten auch Frakturen an Beinen und Füßen nach Stürzen auf, deren Ursache oftmals ein zu schwacher muskulärer Stützapparat ist.

 Aline Bock Surfen

Foto: Anita Fuchs

Das Zusammenspiel macht's

Surfen ist eine Sportart, bei der die intra- und intermuskuläre Koordination optimal trainiert wird - die Bewegungsabläufe beziehen immer mehrere Muskelgruppen mit ein, weshalb auch die Hilfsmuskulatur gut trainiert wird.
Die Skelettmuskulatur, die beim Surfen gestärkt wird, entlastet auch im Alltag die Gelenke. Da sich zudem auch Bänder und Sehnen an die zuerst ungewohnte Belastung anpassen, ist auch hier ein Trainingseffekt zu beobachten.

Da insbesondere die Rumpfmuskulatur gut trainiert wird, ist eine aufrechtere, bewusstere Körperhaltung die Folge, was den Verschleiß im Bereich der Gelenke noch einmal verringert.

Fazit ist also: Surfen ist ein rundum gesunder Sport. Neben der Dynamik, die er auf Dauer mit sich bringt, kann auch dazu beitragen werden, Hüft- und Knieschäden auf Dauer zu vermeiden.



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