Surfen ist vielmehr als nur ein Sport, denn die Zeit auf dem Wasser verändert uns. Unsere Wahrnehmung und oft auch unseren Fokus. Wir stellen hier einige Frauen vor, die sich dem Rythmus des Meers hingegeben haben und ihr Leben nun im Takt der Wellen gestalten. In Teil 1 berichtet Melissa von ihrer Reise…

What I did for waves – Melissa Rodwald

Vom Norden Deutschlands über Wien, München und Barcelona zurück ins raue Schleswig-Holstein – Melissa Rodwald ist in einer Wassersport-Familie aufgewachsen und arbeitet zusammen mit ihrem Bruder Mario, mehrfacher Kitesurfing-Europameister, an der nachhaltigen Boardbrand KoldShapes. Die 27-jährige Account Managerin musste dem Meer aber erst den Rücken kehren und ihren eigenen Weg wagen, um sicherzugehen, dass der Wassersport wirklich ihre große Leidenschaft ist.

Aufgewachsen bin ich in Norddeutschland und schon bevor ich laufen konnte, haben meine Eltern jede freie Minute mit meinem Bruder und mir am Strand, am und im Meer verbracht. Da liegt es nicht fern, dass das Surfen und die Sehnsucht nach der Nähe zum Meer fast schon wie selbstverständlich in meinem Blut fließen. Die ständige Suche nach den saubersten Wellen, dem besten Wind und dem einzigartigem Gefühl von Freiheit auf dem Wasser, hat mich unheimlich geprägt und zaubert mir jedes Mal ein Strahlen ins Gesicht.

Vor einigen Jahren gab es jedoch auch Zeiten, wo ich daran gezweifelt hab, dass der Wassersport fast das Einzige sein soll, was mir dieses extreme Gefühl von Glückseligkeit verschafft. Das beschwingte, sorglose Gefühl, welches durch den ganzen Körper fließt und nach einer besonders guten Session sogar Stunden oder Tage anhalten kann. Ich hatte Angst, etwas zu verpassen. Vielleicht gibt es noch etwas anderes, was mich genauso glücklich macht? Daher beschloss ich, eine Weile vom Meer wegzuziehen und mich so auf die Suche zu machen, ob es noch weitere Wege für mich gibt, dieses einzigartige Gefühl hervorzuzaubern.

What I did for Waves – Melissa Rodwald

Foto: Lasse Schneppenheim

Wie fühlt es sich ohne Meer an?

So zog ich mit Anfang 20 nach Wien, wo ich meinen Bachelor machte und danach eine kurze Zeit nach München. Ich genoss es, mich an anderen Orten neu kennenzulernen. Wo ich meine Semesterferien verbrachte, war jedoch völlig klar. Die Sehnsucht nach dem Meer wurde in dieser Zeit so groß, dass ich endlich einsah, wo mein Platz ist. Mit dieser Erkenntnis zog ich für meinen Master nach Barcelona – es sollte so nah wie möglich ans Meer gehen. Hier habe ich dieses einzigartige Gefühl von Freiheit auf dem Wasser endlich wieder öfter gefühlt, als während der Semesterferien an traumhaften Orten wie Südafrika oder Mauritius. Hier konnte ich vor und nach der Uni mit dem Surfboard in der Metro nach Barceloneta fahren und am Wochenende mit Freunden entlang der Costa Brava, um den besten Wind zu finden. Auch der erste feste Job sollte in Barcelona sein, um diesen für mich unheimlich erfüllenden Lifestyle weiterzuleben.

What I did for Waves, Surferin Melissa RodwaldFoto von: Samuel Tome

Zurück nach Deutschland, aber trotzdem nahe an den Wellen

Nach einer spannenden und schönen Zeit in Barcelona habe ich immer mehr Sehnsucht nach dem rauen Meer im Norden und meiner Heimat gespürt.  Und auch danach, mich beruflich weiterzuentwickeln – so ging es nun nach insgesamt knapp sieben Jahren für einen neuen Job nach Hamburg. Von hier aus ist es nicht weit zu meinen Lieblingsorten im Norden Dänemarks und ich freue mich, auch weiterhin der Herausforderung nachzugehen, so viel Zeit wie möglich im Meer zu verbringen.

 

In der Serie What I did for Waves stellen wir in Kürze weitere Frauen und ihre Reise zum Meer vor!

 

Folge Melissa auf ihren Wasserabenteuern auf Instagram: @melissarodwald