Biketrip nach Niederösterreich und Slowenien

In Kooperation mit Sunlight

Viele Jahre haben wir zu zweit mit unserem selbstausgebauten Bus die Bike-Reviere und Berge Europas unsicher gemacht. In der Zwischenzeit sind wir nicht mehr zu zweit, sondern zu dritt; der Selbstausgebaute musste aus Platzgründen weichen und wir haben für unseren Sommer-Trip einen Sunlight T69LC getestet. Daher auch gleich ein kleiner Tipp zu Anfang: Solltet ihr gerade beim Ausbau eures Busses sein, denkt schon heute daran, dass ihr vielleicht mal Nachwuchs wollt. 😉

 Das Fahrzeug: Sunlight T69LC

Wer jahrelang im Selbstausgebauten unterwegs ist, der ist auf jeden Fall erstmal überwältig von dem Komfort. Zugegeben, mit einer Länge von 7,40 Metern, über 2,30 Meter Breite und fast 3 Metern Höhe muss man seine Route schon etwas genauer planen und kommt auch nicht überall hin, aber dafür muss man auch auf gar nichts verzichten. Ein breites Doppelbett im Heck, dazu noch massenhaft Stauraum, ein Bad mit Waschbecken, Schränken und Toilette, getrennt davon eine Dusche. Eine Küche mit drei Kochfeldern, Kühlschrank, Eisfach, eine gemütliche Sitzgruppe und und und…Grob gesagt, mehr Platz als in meinem ersten WG-Zimmer damals. Kleines Manko: unser T69LC hatte kein optionales Hubbett, sondern leider nur das Queensize-Bett als Schlafplatz. Aber kein Problem – bei dem großen Platzangebot konnten wir das Reisebett für das Kind einfach mitten im Wohnmobil aufstellen, ohne dass es im Weg war…haha. Absolutes Highlight für uns: Die Heckgarage. Hier kann man zwei Bikes und ein Laufrad locker verschwinden lassen, und hat trotzdem noch genügend Platz für alles Weitere.

Auf geht’s nach Niederösterreich

Nachdem wir das Wohnmobil geholt und gefühlt stundenlang Sachen in irgendwelchen Schränken verstaut haben, Wasser und Kühlschrank vollgemacht haben, begeben wir uns endlich auf den Weg. Für die Größe fährt sich der Sunlight wirklich sehr angenehm und da wir abends starten, haben wir auch eine ruhige Fahrt mit schlafendem Kind. Knappe sechs Stunden später haben wir den Weg aus dem Münchner Süden nach Niederösterreich geschafft. Wir kämpfen uns die Serpentinen hoch. Oben erwartet uns ein witzig umgestaltetes Ortsschild und begrüßt uns in St. Corona am Wechsel.

Willkommen bei den Wexl Trails

Die Wexl Trails standen schon länger auf unserer To-Do-Liste. Wir kommen mitten in der Nacht an und suchen uns erstmal einen gemütlichen Platz. Bis auf den leicht schrägen Parkplatz alles kein Problem, wir sind nicht die Ersten und bei den Wexl Trails darf man ganz legal und kostenlos mit dem Camper auf dem Parkplatz übernachten. Juhu!

Der lange Weg hat sich gelohnt. Der nächste Morgen begrüßt uns mit bestem Wetter und einer schönen Auswahl an Trails. Das Gebiet teilt sich in zwei Bereiche: Den Trail Park, dessen Trails man mit dem Schlepplift fahren kann. Und weiter oben die Panorama Trails, für die man selbst in die Pedale treten muss.

Leider kommen wir nur dazu die Trails im Trail Park zu fahren. Wer Angst vor Schleppliften hat, ist hier am richtigen Ort: Der Lift hat das EasyLoop-System und ist wirklich super einfach zu fahren; perfekt um erste Erfahrungen am Schlepper zu sammeln.

Die Auswahl an Trails ist super, für jedes Level ist etwas dabei. Schnell wird der Singletrail mit ein paar Wurzeln und Steinen zu unserem Favorit. Unten am Einstieg des Lifts gibt es ein Skill Area und einen Pumptrack, an dem die Kleinen (und Großen) an der Fahrtechnik feilen können, sowie einen Spielplatz und die Erlebnisarena mit Sommerrodelbahn, Motorikpark und mehr. Es gibt also auch tolle Möglichkeiten, die Kids zu beschäftigen, wenn sie mal keine Lust auf Biken haben.

Unten befindet sich neben Kassen und Bike Shop noch die Wexl Lodge, bei der es Frühstück, Mittagessen und Abendessen gibt.

Uns gefällt uns sehr gut an den Wexl Trails, aber da unsere Zeit begrenzt ist, ziehen wir nach zwei Tagen weiter zu den nächsten Trails. St. Corona am Wechsel wird uns sicher wieder sehen – nur schade, dass es so weit weg ist.

Wexl Trails

  • www.wexltrails.at
  • Preise: 1 Tag mit Lift 32€ / Nur Trail-Eintritt: 9€ (Erwachsene)
  • Camping: legal und kostenlos 😊

(Stand 2022)

Auf geht’s ins Trailland Miesenbach

Da wir schon um die Ecke sind, fahren wir gleich weiter ins Trailland Miesenbach. Das ist nur knapp 40 Minuten entfernt. Hier gilt die Devise klein, aber fein. Mittelpunkt ist der Bike-Gasthof Wiesenhofer, der sich auf halber Höhe des Traillandes befindet. Hier parken wir in erster Reihe, denn der Trail geht wirklich direkt an unserer Heckklappe vorbei – näher kann man nicht an den Trails stehen. Wer keinen Camper hat, kann sich hier im Gasthof in ein Zimmer einbuchen.

Wir kommen am späten Nachmittag an und werden herzlich begrüßt. Wir essen im Gasthof und sind gleich super positiv überrascht: sehr leckeres Essen mit regionalen Produkten. Leider zieht am Himmel eine dunkle Gewitterfront auf und das Abendessen endet mit einer Flucht in den T69LC.

Am nächsten Tag begrüßt uns aber wieder herrlichstes Wetter. Obwohl es hier einen kleinen Schlepplift gibt, entscheiden wir uns selbst zu treten. Es sind nicht viele Höhenmeter und die kann man locker selbst treten. Die Trails sind in gutem Zustand und machen Spaß, allerdings hat man hier auch nach einem Tag alles gesehen und es gibt leider keinen Kinderspielplatz, so dass wir uns entscheiden, weiterzuziehen. Ein schöner Zwischenstopp, aber eine Reise nur hier her, hätte sich für uns nicht gelohnt.

Trailland Miesenbach

  • www.trailland.at
  • Preise: Trails: 1 Tag 8,50 € / 1 Tag Lift:23,00 €
  • Camping: kostenlos 😊; wer keinen Camper hat, kann Zimmer im Gasthof buchen

(Stand 2022)

Zurück zum Single Trail Park Jamnica

Wir haben unseren Camper noch ein paar Tage und viele Ideen im Kopf, doch leider will das Wetter nicht so wie wir. Überall um uns herum soll es regnen – und das die nächsten Tage. Also entscheiden wir uns zu Altbewährtem. Wir waren im Vorjahr schon im slowenischen Jamnica, und da Freunde das gleiche Ziel haben, entschließen wir uns, wieder dort hin zu fahren. Schon damals hatte es uns super gut gefallen und wie sagt man so schön: Never change a winning team. Jamnica ist nicht ganz um die Ecke, aber 2,5 Stunden Fahrt sind auch nicht Welt und die Aussicht auf Sonne und Shredden mit Freunde scheint die beste Option zu sein.

Mittelpunkt des Single Trail Park Jamnica ist das Ekohotel Koroš, das sowie der Trail Park von Dixi und seiner Familie betrieben wird. Hier kann man sich in eines der Zimmer einbuchen oder sich einen Stellplatz in der Camper Area im Garten suchen. Dieser ist übrigens im Vergleich zum Vorjahr ordentlich gewachsen.

Vorräte sollte man sich davor auf unten im Tal zulegen, denn man fährt einen ziemlich langen Weg zu Dixi – und dort gibt es außer Trails nicht viel. Auf Wunsch gibt es allerdings auch Vollpension mit leckerem Essen aus dem eigenen Garten.

Der Single Trail Park erstreckt sich über knapp 400 Höhenmeter, das Hotel und die Stellplätze liegen auf halber Höhe, so dass einem alle Möglichkeiten offen stehen: Erst hoch, dann runter, oder andersrum.

Die Trails machen richtig viel Spaß und sind super gepflegt – schließlich sind Dixi und seine Familie auch fast jeden Tag dort unterwegs und kümmern sich darum. Sie haben die Trails alle selbst angelegt und sich mit den umliegenden Bauern geeinigt. Wer nicht dort übernachtet, kann die Trails gegen eine geringe Gebühr nutzen.

Wie du wohl schon rauslesen kannst, sind wir große Fans von Jamnica. Die Trails sind etwas für jeden Anspruch, obwohl der größte Teil schon etwas anspruchsvoller ist. Als blutige:r Anfänger:in ist Jamnica sicher nicht die beste Option, aber wer sich auf dem Bike wohl fühlt, hat hier sicher seinen Spaß.

Wir freuen uns auf jeden Fall riesig, dass auch unsere Freunde gekommen sind und wir endlich mal gemeinsam fahren können. Denn das war in den Tagen davor mit Kind weniger drin. Das Wetter spielt mit, die Stimmung ist entspannt und auf dem weitläufigen Gelände gibt es genügend Platz zum Laufrad fahren und spielen.

Was aber noch auf unserem Programm steht und wir dieses Mal leider nicht geschafft haben, ist eine Tour mit den Jungs vom Single Trail Park. Sie guiden einen nämlich auch beim „Black Hole Trail“, einem Trail durch einen alten Bergstollen. Aber das ist ein guter Grund wiederzukommen. 

Single Trail Park Jaminca

  • www.bikenomad.com
  • Trail-Nutzung bei Übernachtung inklusive
  • Camping: 10€ pro Camper + 7€ pro Person (Erwachsene) + Kurtaxe (+Strom)

(Stand 2022)

Home Sweet Home

Der Trip vergeht viel zu schnell und wir müssen leider unsere sieben Sachen packen und heimfahren. Einmal mehr ist uns klar geworden: Reisen im Van (oder dieses Mal Wohnmobil) ist unsere liebste Art zu Reisen – egal ob zu zweit oder zu dritt. Dieses Jahr waren die Spielplätze noch wichtiger als die Trails, aber das wird sicher in den nächsten Jahren wohl auch noch ändern…

Gravel Magazin Gravelbikerin

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