Wien für Mountainbiker:innen

Heuriger & Trails

Wenn man an Wien denkt, kommen einem sofort klassische Musik, der Opernball, das weltberühmte Neujahrskonzert, Manner Schnitten und natürlich die legendäre Sachertorte in den Sinn. Wien ist Kaffeehauskultur, Walzermelodien, Prater-Riesenrad und historische Gebäude. Aber Wien ist noch so viel mehr – grün, lebendig, vielfältig und wunderbar nah an der Natur. Und Wien ist ein Paradies zum Mountainbiken.

Kaum eine andere Großstadt mit über zwei Millionen Menschen bietet ihren Bewohner:innen und Besucher:innen so einen einfachen Zugang zu Trails. Mountainbiken direkt vor der Haustür? Trails in Hülle und Fülle? In Wien keine Wunschvorstellung, sondern gelebte Realität. Der Wienerwald umarmt die Stadt wie die Wienerin ihre Kaffeetasse und hält ein Trailnetz bereit, das jedes Radler:innen-Herz höherschlagen lässt.

 

(R)auszeit im Grünen

Rund 120 Kilometer und knackige 4.000 Höhenmeter müsste man an einem Tag bewältigen, um wirklich alle offiziellen Trails rund um Wien zu erkunden. Und hier sind die Trails im Süden von Wien noch nicht mal dabei. Eine echte Challenge – aber ein Zeichen dafür, wie vielfältig und umfassend das Angebot mittlerweile geworden ist. Und das verdanken wir vor allem einem engagierten Verein: Wienerwald Trails. Ohne die Arbeit der vielen Freiwilligen würde es diese Trailvielfalt nicht geben. In den letzten zehn Jahren ist durch sie ein wahres Paradies für Mountainbiker:innen entstanden. Dieses erstreckt sich direkt vor der Haustür. Ohne Auto, ohne aufwendige Planung, einfach direkt nach der Arbeit erreichbar. Gerade wenn der Alltag voll ist, sind diese kurzen (R)auszeiten im Grünen unbezahlbar. Eine Stunde sein Rad auf dem Trail Walzer tanzen lassen, macht den Kopf frei, die Beine müde und das Herz leicht.

Trails vor der Haustür

Jahr für Jahr kommen neue, offizielle Trails hinzu – und mit ihnen mehr Möglichkeiten für spontane Rides direkt vor der Haustür. Eine Entwicklung, die nicht nur aus sportlicher Sicht zu begrüßen ist. Denn wir brauchen sie dringend, die „Trails close to home“.

Ein zentraler Aspekt dabei ist die Nachhaltigkeit. Wer direkt von zuhause starten kann, spart nicht nur Zeit und Nerven, sondern vor allem auch Autofahrten. Jeder Weg, den wir uns mit dem Auto zum nächsten Trail ersparen, ist ein kleiner, aber wirksamer Beitrag zum Klimaschutz. Trails close to home bedeuten mehr Zeit auf dem Bike, weniger Stunden auf der Straße – und damit eine umweltfreundlichere Art der Freizeitgestaltung.

Gleichzeitig sorgt das wachsende Angebot an legalen, gut gebauten und leicht erreichbaren Trails dafür, dass mehr Menschen den Weg aufs Mountainbike finden. Die niedrige Einstiegshürde erleichtert es Einsteigerinnen, einfach mal loszufahren – ohne große Planung oder lange Anreise. Das fördert die regelmäßige Bewegung, stärkt die Gesundheit und erleichtert es, Sport in den Alltag zu integrieren.

Mountainbikerinnen im Wienerwald
Foto: Thiomir Vorkapic

Außerdem entstehen rund um diese Trail-Areas lokale Communitys. Bei gemeinsamen Ausfahrten trifft man Gleichgesinnte, knüpft Kontakte und tauscht sich aus. Die Gruppe, mit der man unterwegs ist, wird immer größer und das Gemeinschaftsgefühl wächst. Man setzt sich gemeinsam für neue Strecken ein und so wird mit jedem gebauten Trailmeter der Sport sichtbarer. Durch diese sichtbaren Wege wird der Sport auch für Menschen, die nichts mit Mountainbiken am Hut haben, greifbarer und die gesellschaftliche Akzeptanz wächst. Kurz gesagt: Mehr legale Trails in der Nähe bedeuten mehr Bewegung, mehr Miteinander und mehr Nachhaltigkeit. Und genau das brauchen wir.

 

Wien und seine Trailvielfalt

Für alle diese Punkte ist Wien das perfekte Beispiel. Von der Stadt aus ist man in kurzer Zeit mitten im Grünen. Das Trailnetz ist riesengroß und erstreckt sich von Nord bis Süd. Die Trail Auswahl ist vielfältig und somit ist für jeden etwas dabei. 

Eine große Portion Flow findet man Rund um den Hermannskogel, Wiens höchste Erhebung (mit 544 m Berg zu sagen, wäre leicht übertrieben) und im Trailpark Weidlingbach. Einer der Klassiker ist hier der Südtiroler Trail. Dieser bringt dich mit Geschwindigkeit, Sprüngen und kurzen technischen Passagen nach unten in die Südtiroler Straße, die Namensgeberin für den Trail. Ist man in dieser Gegend unterwegs, lohnt es sich auf alle Fälle, einen Abstecher Richtung Kahlenberg oder Leopoldsberg zu machen. Dort gibt es eine wunderbare Aussicht über Wien und aus den Weingärten an den Hängen darunter kann man den Spritzwein schon förmlich rufen hören. 

Wenn der Weg nach oben ein wenig leichter vonstattengehen und bergab Airtime nicht zu kurz kommen sollte, dann bietet sich ein Besuch im Trailcenter Hohe Wand Wiese an. Ein kleines, feines Trailcenter mit mittlerweile 13 Trails. Bergauf, bergab, für Groß und Klein und das Ganze mit Liftunterstützung. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut von der Stadt aus zu erreichen. So ergibt es sich, dass man innerhalb von nur 45 Minuten aus der Stadt draußen ist und sich vom Lift in die Natur bringen lassen kann. Das absolute Highlight dort ist der Hinterholz 8 Trail. Benannt nach einem österreichischen Filmklassiker bietet der Trail Panorama, Anliegerkurven, Geschwindigkeit und Flow. Als Zugabe kann man den Ausflug dann im Bistro vor Ort bei Burger und Kaltgetränk ausklingen lassen.

Gehören Flow und Airtime nicht zu den absoluten Favoriten, ist man im Süden von Wien am besten aufgehoben. Der Anninger, so heißt die beliebte Erhebung dort, ist ebenfalls ein Teil des Wienerwalds. Dieser befindet sich zwar in Mödling und somit nicht mehr in Wien, ist aber auch mit der Bahn super zu erreichen. Auch hier steht man innerhalb von rund 45 Minuten am Fuße des Hügels. Einen Lift gibt es dort leider nicht, aber die eher technischen und steinigen Trails sind jeden Höhenmeter wert. Am Husarentempel wird man mit einer traumhaften Aussicht belohnt und der Kiental Trail, unter Locals gerne Canadian Trail genannt, macht seinem Namen alle Ehre. 

Feierabendrunden, lange Tagestouren oder kleine Bike-Rides zwischendurch: Für jedes Abenteuer bietet Wien die perfekte Voraussetzung. Liftunterstützung, gepflegte Strecken und eine entspannte Atmosphäre – das alles findet man hier. Und das Beste daran? Man startet einen Ride mit einer Liftfahrt im Trailcenter, surft über naturbelassene Trails durch den Wienerwald und lässt die Tour beim Heurigen zwischen Weinreben und einem traumhaften Blick über Wien und die schöne blaue Donau ausklingen.

Doch wer glaubt, das Abenteuer endet, wenn das Bike abgestellt ist, täuscht sich. Der Körper, aufgewärmt und lebendig von den Stunden auf dem Rad, sehnt sich nach Ausgleich, nach Erdung. Genau hier kommen Yoga und die zahlreichen Yogastudios in Wien ins Spiel. Die geschmeidigen Bewegungen, die sanften Dehnungen – sie sind wie ein Nachklang der Trails, ein leises Weiterfließen der Energie, das Körper und Geist abrundet.

Diese Verbindung von Bewegung und Achtsamkeit spürt man auch bei Nina, Katrin und Isabella – drei Wienerinnen, die zeigen, wie vielseitig das Leben zwischen Großstadt und Natur sein kann. Katrin war schon, bevor sie nach Wien kam, vom Bike-Fieber infiziert, doch für Isabella und Nina hat Wien die Liebe zum Mountainbiken entfacht. Nina, Yogalehrerin von
Bike & Balance, erklärt: „Wer regelmäßig Yoga praktiziert, profitiert direkt auf dem Trail: Mehr Stabilität, bessere Balance, erhöhte Körperkontrolle und eine tiefere Atmung machen technische Passagen einfacher. Yoga macht die Bewegungen geschmeidiger, hilft Verletzungen vorzubeugen und sorgt dafür, dass man nach einem langen Ride schneller regeneriert. Und auch die Erholung nach einer langen Zeit im Sattel ist wichtig. Hier ist eine sanfte Yoga-Session oft das Beste für verspannte Schultern, müde Beine und ein Lächeln im Gesicht.“

MTB in Wien
Foto: Thiomir Vorkapic

Von der Natur ins Kaffeehaus

Vielleicht ist es genau diese Symbiose aus Natur, Sport und Achtsamkeit, die Wien als Bike-Spot so besonders macht. Hier findet jede:r seinen eigenen Rhythmus: eine schnelle Trailrunde am Morgen, eine Melange (die Wiener Version des Cappuccinos) im Kaffeehaus am Nachmittag und eine entspannte Yogastunde am Abend. Speziell der Kaffee am Nachmittag darf hier nicht zu kurz kommen. Kaffee ist in Wien nicht nur ein Heißgetränk, das man wie die Italiener ihre Espressi schnell mal zwischendurch trinkt. Kaffee ist in Wien eine Lebenseinstellung. Kaffeehäuser sind Orte des Verweilens, des Genusses und des Diskutierens. So mancher Schriftsteller hat so viel Zeit im Kaffeehaus verbracht, dass sogar seine Post dorthin gebracht wurde. Wien ist also nicht nur eine Stadt zum Anschauen und Flanieren, sondern eine Stadt zum Erleben – auf zwei Rädern, auf der Yogamatte, beim Kaffeetrinken. 

Wer Wien besucht, sollte sich daher nicht nur die klassischen Highlights wie den Stephansdom oder die Staatsoper ansehen. Sondern auch das aktive Wien: Das Wien, das dich mitnimmt, ins Grüne, ins Wilde und dich am Ende bei einer Melange oder auf der Yogamatte wieder ausspuckt. Wien ist Opernball und Wiener Schnitzel – aber Wien ist auch Flow, satte Wälder, wilde Abfahrten, Yoga-Sessions und Heurigenabende mit Blick auf die Donau.Und genau deshalb lieben wir es und können nur sagen: Macht es wie Wien. Mehr Trails vor der Haustüre für mehr unkomplizierte Rides und (R)auszeiten aus dem Alltag. Mehr Freiheit auf zwei Rädern – für uns alle.

MTB in Wien
Foto: Thiomir Vorkapic

Facts über Wien

Kommst du nach Wien, solltest du auf alle Fälle dein Mountainbike mitnehmen. Neben vielen Sehenswürdigkeiten hat speziell der Wienerwald rund um Wien viel zu bieten. Als erste Anlaufstelle bietet sich das Trailcenter Hohe Wand Wiese an. Dort kannst du liftunterstützte Runden drehen, lernst Gleichgesinnte kennen und erfährst viele Infos über die restlichen Trails im Wienerwald. Auch Nina und Flo von Bike & Balance leben seit vielen Jahren in Wien und kennen den Wienerwald besser als ihre Westentasche. Sie zeigen dir gerne ihre Home-Trails vor ihrer Haustür oder genießen einen Kaffee mit dir. Die ideale
Reisezeit ist Frühling oder Herbst. Im Winter ist es meistens feucht und rutschig, im Sommer zu heiß und trocken. Damit du genug von Wald und Stadt erleben kannst, solltest du mindestens drei bis vier Nächte einplanen. 

MTB in Wien
Foto: Thiomir Vorkapic

Bike & Balance

Wenn du die Trails rund um Wien gemeinsam mit Locals entdecken möchtest, oder ein Bike & Yoga Camp suchst, melde dich bei Flo & Nina von Bike & Balance. Die zwei Wiener:innen kennen die Trails wie ihre Westentasche und Nina gibt regelmäßig Yogastunden in Wien.

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