Laax Open

Vor über 10 Jahren verliebte ich mich ins Snowboarden und bin seitdem jeden Winter in den Bergen unterwegs. Doch die letzten Jahre litt meine Leidenschaft fürs Snowboarden und ich bin lieber dem grauen Winter entflohen, um einen Surftrip in die Sonne zu unternehmen. Powdertage habe ich eh keine verpasst, gab es ja kaum – doch dieses Jahr ist es anders! Angefangen hat alles in Laax. Dort startete ich in meine persönliche beste Snowboardsaison seit langem! Im Snowboardmekka Europas erlebte ich drei Tage lang intensiv all das, weshalb ich mich ursprünglich ins Snowboarden verliebte: Powder, Treeruns durch ein magisches Winter-Wonderland, gutgelaunte Snowboarder, entspannte Menschen, leere Pisten/Powruns, einen schönen, verschneiten Ort mit modernen Restaurants und Bars mit cooler Musik und gleichgesinnten Menschen!

Über die letzten Winter entglitt mir langsam die Begeisterung fürs Snowboarden. Die vielen Winter ohne guten Schnee zerrten an meiner Motivation, denn auch wenn ein Tag in den Bergen besser ist, als ein Tag in der Stadt, verlor ich an dem frühen Aufstehen, den langen Autofahrten und den harten Pisten langsam den Spaß. Ich wollte tiefen Powder, verschneite Wälder und keine Eisplatten und Schneekanonen. Die wenigen guten Tage waren schön, aber entzündeten nicht mehr das Feuer in mir. War ich schon zu viele Jahre lang Snowboarden, dass es mich nicht mehr so reizte?

Mitte Januar fuhren wir für drei Tage zu den Laax Open. Der Schneebericht war schon Tage vorher vielversprechend – zumindest für alle Powderhungrigen. Die Event-Veranstalter hätten sich auch mit weitaus weniger Schnee zufrieden gegeben. Doch das Wetter kann man eben nicht ändern und man muss das beste daraus machen J. Und das taten wir: Nach dem das Halfpipe Semi-Finale der Mädels abgesagt wurde, freuten wir uns über die dicken Schneeflocken, die seit unserer Ankunft unaufhörlich vom weißen Himmel schwebten. Bereits am Tag zuvor fielen 30 cm und wir hatten für unsere Treeruns durch die hohen Fichten und Tannenwälder eine besonders weiche Unterlage. Wir schwebten über Pillows und waren im siebten Himmel! Obwohl zu den Laax Open viele internationale FahrerInnen angereist sind, trafen wir in den markierten Routen keine andere Snowboarder und hatten den ganzen Powder für uns! Das Gebiet ist einfach so weitläufig, dass es sich gut verteilt! Wahnsinn!

Jeden Tag wurde der Schnee noch besser, da es einfach nicht aufhören wollte zu schneien! Wir erkundeten immer mehr von dem riesigen Skigebiet, das Laax, Flims und Falera umschließt – soweit die Lifte bei dem Schneefall aufmachen konnten.

Und zwischen den hohen Nadelbäumen entdeckte ich im tief verschneiten Märchenwald zwischen Pillows und super sanften Landungen meine Liebe zum Snowboarden wieder! Dieses Gefühl des Schwebens ist einfach unvergleichlich und die verschneite Landschaft versetzt einen in eine andere Welt! Wir freuten uns wie die kleinen Kinder und unser Grinsen war drei Tage lang festgefroren!

Nach den perfekten Snowboardtagen schauten wir an dem Eventgelände vorbei, wo die imposante Superpipe für das Finale der Männer und Frauen bereit stand – die auch trotz Schneefalls statt finden konnten. Der Shaper aus Laax war übrigens auch für den Shape der Halfpipe bei Olympia zuständig. Doch die Slopestyle-Finals musste wegen den Wetterbedingungen abgesagt werden. Die Pros hatten aber mindestens genauso viel Spaß im Tiefschnee wie wir!

Foto von: Marcel Lämmerhirt

Und neben den Contests war an den Laax Open noch mehr geboten: Live-Konzerte open air und im neu renovierten Riders Hotel, ein Eventgelände mit einem Snowboard-Teststand, Getränke- und Essensbuden sowie Parties am Abend!

Das moderne Restaurant am Gipfel des Crap Sogn Gion (mit Co-Working Space) sowie die hippen Restaurants im Tal bringen den ganzen Winter über etwas Berlin-Feeling in die Berge – aber auf sehr angenehme Art und Weise! Und das After-Shred Bier schmeckt zu HipHop und Elektrobeats auch viel besser als zu DJ Ötzi ;)!

Foto von: Phillip Ruggli
Foto von: Marcel Lämmerhirt
Foto von: Stadler

Die drei Tage in Laax waren erst der Auftakt in eine grandiose Snowboardsaison! Es liegt eine gute Grundlage in den Bergen, die Bäume sind immer noch weiß und es schneit fast jede Woche! Also wenn auch ihr eure Liebe zum Snowboarden wieder erwecken wollt: jetzt ist der perfekte Zeitpunkt dafür!