Valerie Schlieper aka Vale macht was sie will. Und dazu kann man ihr nur gratulieren! Seit einigen Jahren stehen Surfen,  Reisen und Kunst ganz oben auf ihrer Prioritätenliste. Die blonde Surferin verbringt so viel Zeit wie nur möglich mit ihren Mädels am Meer, am liebsten bei einem Roadtrip im Gypsy Lifestyle. Dabei entstehen viele Fotos, Ideen und Eindrücke, welche die kreative Girls Crew dazu brachte sich gemeinsam auf einem Blog auszuleben: Velwet – Chronicles of german surf girl gypsys war geboren. Ende des Winters kam Vale von ihrem California Dream zurück und wir nutzten die Chance uns mit dem Val zu unterhalten:

Hi Vale, willkommen zurück in Deutschland. Wo warst du die letzten Monate?

Ich war gerade sieben Monate in Kalifornien und hab dort ein Auslandssemester gemacht. Nach meinen Kommunikationdesign Studium in München hab ich in Zürich und Kiel als Grafikerin gearbeitet, dann über ein Jahr als freie Grafikerin gefreelanced und jetzt hänge ich noch einen Bachelor in BWL in Hamburg dran. Da ich zuvor noch nie etwas mit der geschäftlichen Seite zu tun hatte und gemerkt habe, dass es als Selbständige wichtig ist, sich auch mit diesem Part auszukennen. Und so hab die Chance genutzt für ein Semester nach Kalifornien zu gehen. Ich war in Ventura , das liegt nördlich von L.A und hab dort direkt am Strand gewohnt. Es war echt schön, richtig gute Wellen, leere Line-ups und die Menschen sind super freundlich und nett.

Hast du dich schon wieder eingelebt, oder vermisst du das Meer sehr?

Oh, ich vermisse das Meer so sehr! Ich war erst gestern mit einer Freundin von Velwet, der Alex, auf Sylt, aber es war so schrecklich kalt. Wir haben nicht lange durchgehalten…

Was hat dich in den Norden verschlagen?

Ursprünglich komme ich aus Freiburg und bin zum Grafik Studium nach München gezogen. Nach Zürich und Kiel bin ich in Hamburg gelandet. Hier arbeite ich neben dem Studium für Hhonolulu Events, mache die Grafiken für die Deutschen Surf Meisterschaften – das ist cool und die sitzen auch alle hier oben. Aber ich vermisse München, den Eisbach und die ganzen Leute schon. Während dem Studium war ich fast täglich am Eisbach, das war ein super Ausgleich zum Studium.

Aber angefangen hat alles mit dem Snowboarden, oder?

Ja, während meiner Zeit in Freiburg war ich viel Snowboarden. Ich komme aus einem kleinen Ort, der einen eigenen Lift hat und im Winter gab es nichts anderes zu tun, als auf den Berg zu fahren. Da ich in der Nähe der Berge bleiben wollte, bin ich dann nach München gezogen und hab dann am Eisbach das Surfen angefangen. Mit der Zeit wurde mir dann Surfen immer wichtiger, ich war immer seltener auf dem Berg und immer öfter auf dem Wasser und jetzt wohne ich in Hamburg – was ich nie gedacht hätte. Von hier ist man in ca. drei Stunden in Dänemark, Wochenend-Surftrips gehen also ganz gut!

Du bist Teil der Velvet – German Surf Gypsy Crew… Was steckt dahinter?

Die Idee dazu entstand vor ungefähr einem Jahr. Wir fünf Mädels sind viel zusammen beim Surfen und haben alle einen recht großen Output an Fotos, Grafiken und Illustrationen. Wir wollten das alles bündeln und anstatt wie bisher jede auf ihren Blog, die Bilder auf einen gemeinsamen Blog stellen und zeigen, dass es auch Deutschland Mädels gibt, die Surfen. Vor allem von Mädels in unserem Alter hört man nichts. Wir wissen noch nicht wo das hinführt, wir möchten einfach unseren Spaß am Surfen, Reisen und unserer Kunst in die Welt streuen und inspirieren.

Ihr scheint ja alle viel Zeit am Meer zu verbringen, wie schafft ihr das?

Das liegt daran, dass wir unsere Wohnungen während der Zeit meist untervermieten und dann während dem Trip im Auto oder Zelt schlafen und so nichts für die Unterkunft ausgeben. Auf die Art haben wir das Geld für Flug und Mietwagen drin… Es ist hart, aber funktioniert. Im Sommer sind wir viel in Frankreich und Spanien und im Winter hauptsächlich auf Fuerteventura. Diesen Winter haben mich die Mädels längere Zeit in Kalifornien besucht.

Habt ihr euch auch beim Surfen kennengelernt?

Ja, hauptsächlich von der Zeit, als wir alle in Surfcamps gearbeitet haben, um uns die Sommer in Frankreich zu finanzieren. Irgendwann haben wir dann angefangen die Trips zu organisieren. Alex kenn ich vom Surfen, Annika ist eine alte Schulfreundin von mir, Toni kenn ich vom Eisbach und während den Trips haben sich die Mädels dann kennengelernt. Wir sind der harte Kern von Mädels, die Surfen und dabei so gypsy-mäßig unterwegs sind. Es gibt viele Mädels, die das gerne machen würde, aber wenn es wirklich so weit ist vier Wochen lang bei Wind und Wetter im Zelt zu schlafen, dann machen viele einen Rückzieher.

Wie weit beeinflussen sich deine Kunst und Surfen?

Die meiste Inspiration kommt definitiv aus den Brettsportarten. Früher, mit 17, war ich mit einem amerikanischen Snowboardfotografen zusammen und durch ihn habe ich viel über Fotografie gelernt. Durch seine Freunde, die alles Grafiker waren, kam ich Kontakt zu Kommunikationsdesign und wusste, dass es das ist, was ich machen möchte. Darüber hat sich viel entwickelt. Ich denke vor allem im Bereich Extremsport sind die Grafiken sehr frei und man kann sich austoben – im Vergleich zu Werbeagenturen zum Beispiel. Auch bei meinen jetzigen Jobs, die hauptsächlich aus dem Surfbereich kommen, bin ich recht frei und kann eigentlich machen, was ich will.

Das heißt mit der Fotografie hat alles angefangen?

Hm, ja… aber während dem Studium habe ich hauptsächlich illustriert und Grafikarbeiten gemacht. Bei meinem Job in Zürich war ich in einer Agentur, die für Extremsportfirmen die ganzen Kollektionen macht und dort hab ich für T-Shirts oder Snowboardjacken die Illustrationen gemacht und die Kataloge gelayoutet. Als ich dort gekündigt habe, hab ich wieder mehr fotografiert und so hat es sich Stück für Stück in alle Branchen weiterentwickelt.

Mit was von Art von Kunst beschäftigt ihr euch bei Velwet?

Grafik, Illustration, Fotografie, Mode und Musik – nur eine Filmerin fehlt uns noch im Team. Faye hat Fotografie studiert und arbeitet viel im Musikbereich. sie ist z.B. Fotografin von Milky Chance. Alex studiert auch Kommunikationsdesign und macht viele Illustrationen, wie zum Beispiel das Bild von uns fünf Mädels nebeneinander. Und die anderen Mädels bringen auch super viel Input und Fotos. Jeder ist auf seine Art und Weise kreativ und wir sind durch das Surfen und Reisen verbunden. Wir inspirieren uns gegenseitig und wir motivieren uns vor allem auch gegenseitig, wenn eine mal einen Anstoß braucht.

 

Was hat es eigentlich mit deinem Logo, dem Wal, auf sich?

Das ist mein Spitzname. Die meisten Leute nennen mich Val, also als Abkürzung von meinem Namen. Früher war ich beim Feiern etwas verrückt und es hieß immer: „Rettet die Vale“ und irgendwie blieb das hängen, inzwischen bin ich der Val. Wale sind ja auch super entspannte Tiere, die sind riesig, sind die ganze Zeit im Meer…. das passt daher ganz gut.

Habt ihr denn schon euren nächsten Trip geplant?

Ja, wir haben günstige Flüge nach Fuerte gefunden, da geht es im März für ein paar Tage hin, dann werden wir alle die ADH mitsurfen und danach im Sommer wieder an die Atlantikküste – und dazwischen Trips nach Dänemark und die Ostsee.