Surfen Sri Lanka
Sanfte Wellen & würziges Essen

 

War das ein Ja oder Nein? An dem Kopfwackeln unseres Tuk Tuk-Fahrers kann ich nicht erkennen, ob er bis nach der Surf-Session auf uns warten wird. Das sanfte Kopfwackeln ist in Indien und Sri Lanka eine wage Antwort. In Kombination mit einem Lächeln bedeutet es meist Ja. Ja? Wir schnappen uns unsere Surfboards und checken unter riesigen, leicht schrägen Kokospalmen den Spot. Es ist früh am Morgen, kein Wind und die Wellen laufen schön geordnet über das Riff. Das sanfte Morgenlicht zaubert eine magische Stimmung aus rosa und blauen Pastelltönen – nur die vielen Surfer:innen, die bereits im Line-up sitzen, trüben dieses Bild. Ich wackle mit dem Kopf, laufe über den weichen Sand und paddle voller Vorfreude durch das warme, klare Wasser zu den anderen.

Während wir die warmen Wellen im Süden Sri Lankas genießen, ist es daheim bereits kalt und grau. Die Insel im Indischen Ozean ist der perfekte Ort, um den kurzen Tagen daheim zu entfliehen, denn hier kann man das ganze Jahr über bei tropischen Vibes surfen. Endlose Strände mit Kokospalmen, dichter Dschungel, hohe Berge und eine exotische Kultur: Sri Lanka bietet eine würzige Mischung für Surfer:innen. Auch die Surfspots sind abwechslungsreich und perfekt für Intermediates. 

Diese Mischung kommt gut an! Nach Bali erlebte Sri Lanka in den letzten Jahren einen riesigen Boom an Surftourismus, was man bei den bekannteren Surfspots oft am eigenen Leib zu spüren bekommt. Doch der Strom an Surftouristen brachte auch mehr Infrastruktur – mit hippen Cafés, Restaurants und stylischen Unterkünften. So kann man es sich in Sri Lanka richtig gut gehen lassen, denn die Preise sind günstig und das Essen sehr lecker! Und wer weiß, vielleicht lohnt sich besonders diesen Winter eine Reise, denn Sri Lanka hat seine Grenzen für Geimpfte geöffnet und bisher ist dort noch recht wenig los… 

Sri Lanka Surf

Foto: Drive Thru Surfcamp

Surfen im tropischen Paradies

In Sri Lanka findet man das ganze Jahr über gute Wellen. Die Spots an der Ostküste (Arugam Bay) laufen von Mai bis Ende September, dann erwachen von Oktober bis April die Breaks im Südwesten zum Leben. Dort spielt sich das meiste zwischen Hikkaduwa bis Matara ab und bietet eine große Vielfalt an Spots. Typisch für Sri Lanka ist, dass morgens cleane Bedingungen herrschen, bevor es gegen Mittag meist zu windig und verblasen wird. Nach einem relaxten Tag kann man sich aber in der Regel auf eine Sunset-Session freuen, denn der Wind nimmt meist abends wieder ab. 

Anhangama

Ahangama ist ein langer, wunderschöner Küstenstreifen mit Postkarten-Stränden und jeder Menge verschiedener Surfspots. Der Bekannteste ist wohl Rajiths, der vor gleichnamigen Restaurant und Surfschule liegt. Der Reefbreak mit mehreren A-Frame-Peaks bietet lange Rides mit spaßigen Walls. An kleineren Tagen ist er sanft und cruisig, an größeren Tagen sind die Wellen steiler und schneller. 

Dort in der Nähe liegt der sanfte Beachbreak Kabalana, der perfekt für Anfänger:innen ist, sowie The Rock, ein schneller und sehr kraftvoller Reefbreak (A-Frame).

Sri Lanka Surf

Midigama

Der kleine Küstenort ist eine gute Basis für einen Surftrip in Sri Lanka. Zum einen liegen ein paar gute Reefbreaks in Gehweite und zum anderen kann man von dort gut weitere Spots erreichen. Vor Midigama liegen Lazy Right und Lazy Left, zwei recht sanfte Reefbreaks, bei denen nur die anderen Surfer:innen gefährlich werden können. Coconuts ist ein kraftvoller A-Frame, bei dem die Wellenqualität mit steigendem Swell zunimmt. Am selben Strand befindet sich rechterhand Plantations, ebenfalls ein A-Frame, aber softer als ihr Nachbar. Rams Reef dagegen bricht schnell und hohl über seichten Riff und barrelt nach dem Take-off. 

Weligama

Etwa zehn Minuten mit dem Tuk Tuk entfernt, liegt der Touri-Hotspot Weligama, der beliebteste Spot für Anfänger:innen. In der langen, sandigen Bucht gibt es mehrere Peaks, sodass sich die Crowd etwas verteilt.

Sri Lanka Surf

Foto: Amanda Prifti

Mirissa

In der nächsten Bucht liegt Mirissa, an dessen Strand sich ein Restaurant an das Nächste reiht und man am Abend gut Seafood essen kann. Am westlichen Ende der Bucht bricht ein Righthander über einem Riff voller Seeigel, der bei größerem Swell anfängt zu laufen. Außerdem gibt es östlich der kleinen Insel eine Linke.

Madiha

Madiha bietet eine nette Mischung aus abwechslungsreichem Surf, hippen Cafés und lokalem Flair. Hier gibt es eine spaßige Rechte und auf der anderen Seite des Channels eine kraftvolle, schnelle und steile Linke. Der Righthander ist auch als Turtle Point bekannt und daher kannst du dir die Welle mit etwas Glück nicht nur mit anderen Surfer:innen, sondern auch mit Schildkröten teilen. Da man zum Ein- und Ausstieg übers Riff muss, sind hier Booties zu empfehlen.

Weitere Spots

Natürlich ist das nur eine kleine Auswahl an Surfspots der Südwestküste. Die Küste ist verwinkelt und bietet viele Optionen, die man mit einem Surfguide oder auf eigene Faust erkunden sollte. Vielleicht hat auch ein local Surfer ein Tipp für dich – ob er mit seinem Kopfwackeln Ja oder Nein meint, musst du dann selbst rausfinden ;)! Vinōda vanna!

Sri Lanka Surf

Foto: Amanda Prifti

 

Lust auf Sri Lanka bekommen – hier findest du Surfhouses und Camps in Sri Lanka!

The Power of Waves

The Power of Waves

Surf Issue 23

Surfen verändert Leben – wer einmal eine Welle gesurft ist, kann das bestätigen. Vielleicht zaubert es dir ein Lächeln auf die Lippen, vielleicht bringt es dich zum Verzweifeln, vielleicht verändert es aber dein ganzes Leben… In „The Power of Waves“ feiern die gesamte Gefühlspalette, die uns diese intensive Leidenschaft beschert. Freu dich auf 100 Seiten Leidenschaft und Emotionen!